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Es gibt ja Kabarett und
es gibt Kabarett mit HG.Butzko. Das ist schon auch irgendwie Kabarett, aber irgendwie ist es auch ein bißchen anders. Denn was
HG.Butzko macht, ist eine brüllend komische und bisweilen besinnliche
Mischung aus Infotainment, schnoddrigen Gags, Frontalunterricht und pointierter
Nachdenklichkeit.Und getreu dem Motto: "logisch statt ideologisch" hat Butzko
dabei einen ganz eigenen,
preisgekrönten Stil entwickelt, den die Presse mal als
"Kumpelkabarett" bezeichnet hat, und mit dem er in Hinter- und Abgründe
blickt und die großen Themen der Welt so beleuchtet, als würden sie "umme
Ecke" stattfinden. In seinem inzwischen 11. Programm "aber witzig" spürt Butzko
dem Irrsinn nach, der mit der postfaktischen Zeitenwende einhergeht. Und dabei
stellen sich interessante Fragen:Was ist ein Computervirus gegen eine echte
Pandemie? Was die Reizüberflutung im Digitalen verglichen mit dem Anstieg des
Meeresspiegels in der realen Welt? Was nützt die künstliche Intelligenz, wenn
die menschliche Dummheit zeitgleich mitwächst? Es scheint, je mehr wir uns im
Paralleluniversum des Virtuellen rumtreiben, umso mehr bringt uns das Treibhaus
Erde zurück auf den Boden der Tatsachen.
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Und während wir vom meteorologischen Klimawandel
reden, ist die gesellschaftliche Großwetterlage
mit "Heiter bis Wolkig" ebenfalls nur noch unzureichend beschrieben.
Immer öfter pendeln die Debatten zwischen unterkühlt und überhitzt, geraten die
mentalen Tiefausläufer unter zerebralen Hochdruckeinfluss, und das
Grollen nach dem Blitzlichtgewitter ist oft nur die Echokammer des
Gezwitschers, und es war von Twitter und nicht die Lerche, die eben jetzt das
bange Ohr durchdrang.
Und dass die Aufmerksamkeitsspanne inzwischen nur noch 280 Zeichen umfasst, ist
ein Umstand, den es allerdings schon früher hätte geben müssen. Was wäre uns
dann alles erspart geblieben? Die Bibel, Karl Marx und das neue
Kabarettprogramm von HG.Butzko. Und das ist dann allerdings auch schon wieder
"aber witzig".
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